Können Erdbeeren die Zähne wirklich aufhellen?

Kaffee, Zigaretten und Tee sind zwar für viele Menschen geliebte Dinge, allerdings tragen diese häufig dazu bei, dass sich auch die Zähne nach und nach immer mehr verfärben. Dass das alles andere als schön ist, versteht sich von selbst. Eine gute und gründliche Zahnpflege ist so oder so das Wichtigste – vielen reicht das aber nicht: Sie wünschen sich strahlend weiße Zähne.
Ein Tipp, der in den letzten Jahren immer populärer geworden ist, sind dabei Erdbeeren. Es klingt so einfach: Leckere Erdbeeren essen und dabei spielend einfach ganz nebenbei weiße Zähne bekommen – doch was ist wirklich dran an diesem Mythos? Und gibt es dabei Risiken?

Weiße Zähne durch Erdbeeren – stimmt das?

Heutzutage finden sich im Internet unzählige Tipps, wie man Zahnverfärbungen angeblich dauerhaft loswerden soll: Von der Verwendung von Backpulver über Zahnweißcremes bis hin zum professionellen Bleaching ist die Bandbreite groß. Auch Erdbeeren haben in den letzten Jahren den Ruf bekommen, die Zähne aufzuhellen. In vielen Zeitschriften und auf Webseiten ist immer häufiger zu lesen, dass man sich einfach eine Erdbeere aufschneiden und damit über die Zähne rubbeln soll, damit sie nach und nach weißer werden und die hartnäckigen Verfärbungen verschwinden. Doch was bringt das wirklich – und ist es überhaupt gesund für die Zähne?

Zahlreiche Tests, die im Rahmen verschiedener Studien durchgeführt wurden, zeigen inzwischen, dass Erdbeeren ganz klar die Zähne verändern können – allerdings nicht nur optisch, sondern auch im Hinblick auf die Gesundheit. Hauptsächlich enthält eine Erdbeere die Nährstoffe Magnesium, Calcium, Folsäure, Eisen und natürlich jede Menge Vitamin C, das gleichzeitig auch Ascorbinsäure ist. Diese ist jedoch nur so lange gesund, wie wir sie auch essen – rubbeln wir die Säure dagegen über die Zahnoberfläche, kann diese davon schnell Schaden annehmen und den Zahnschmelz angreifen.
Wer also glaubt, sich täglich ein paar Mal mit einer Erdbeere die Zähne „putzen“ zu können, liegt falsch – denn damit wird man seinen Zähnen nicht helfen, im Gegenteil.

Um zu verstehen, warum davon abzuraten ist, sollte man zunächst wissen, wie Zähne aufgebaut sind. Ummantelt sind sie ganz außen mit einer Schicht aus Phosphat und Kalzium, die sich Hydroxylapatit nennt und der härteste Stoff in unserem Körper darstellt. Diese Schicht wird durch Säuren jedoch massiv angegriffen, was sie porös und instabil werden lässt – ganz ähnlich wie bei Karies wird der Zahnschmelz angegriffen und kann sich meist nicht mehr von selbst stabilisieren. Die Folge: Die Karies dringt in die Zähne ein und es entstehen Schmerzen.

Besonders gut zu beobachten ist dieser Vorgang bei Menschen, die häufig Säfte oder andere Lebensmittel und Getränke mit viel Säure verzehren. Nicht selten leiden diese unter einer erosiven Zahnstruktur. Erdbeeren, die man sich also direkt auf die Zähne rubbelt, verstärken den Effekt nur noch und tragen dazu bei, dass die Substanz der Zähne leidet.
Natürlich muss man sich aber keine Sorgen machen, wenn man die Erdbeeren lediglich isst – dann geht keinerlei Gefahr für die Zähne davon aus.

Weiße Zähne bekommen – aber wie geht man am besten vor?

Wünscht man sich unbedingt weißere Zähne, dann sollte man sich von „Hausmittelchen“ wie Erdbeeren fernhalten und lieber einen Zahnarzt aufsuchen. Dieser empfiehlt in der Regel zunächst eine professionelle Zahnreinigung, die Verfärbungen von Kaffee und Nikotin von der Zahnoberfläche abtragen kann. Viele Patienten sind nach diesem Vorgang oft schon erstaunt, wie viel heller die Zähne dann sind.
Richtig schneeweiße Zähne, wie man sie aus Hollywood kennt, können jedoch nur durch Bleachen erlangt werden. Hier geht der Zahnarzt ähnlich vor wie ein Friseur, der einem die Haare blond färbt. Es wird Wasserstoffperoxid aufgetragen, welches für eine Aufhellung sorgt. Genau genommen oxidiert er die Farbpigmente, auch innerhalb des Zahns, und hellt diesen dann entsprechend auf. Weil das Peroxid in die Zähne eindringt, sind diese nach dem Bleaching meist für einige Tage besonders kälte- und wärmeempfindlich. Zwar wird man mit weißen Zähnen belohnt – gesund für den Zahnschmelz ist das Bleaching jedoch natürlich genauso wenig wie das Einreiben mit Erdbeeren.

Zahncremes, die die Zähne aufhellen sollen, verfehlen im Übrigen meist ihre Wirkung. Da in handelsüblichen Zahncremes ein Maximalwert von 0,1 % Wasserstoffperoxid laut EU-Gesetz erlaubt ist, kann es also gar nicht zu einer wirklich sichtbaren Aufhellung kommen.
Ein leichter Effekt lässt sich häufig zwar feststellen, jedoch hält dieser meist nur eine kurze Zeit an und ist nach einigen Kaffees und Zigaretten schnell wieder beim Alten.
Experimente mit Salz oder auch Backpulver sind in keinem Fall zu empfehlen. Diese Stoffe sind noch aggressiver als Ascorbinsäure und schleifen den Zahnschmelz regelrecht herunter, wenn man sich die Zähne damit putzt. Das ist langfristig besonders schädlich und begünstigt zudem die Destabilisierung der Zähne. Die Folge: Sie werden empfindlicher, dünner und oft sogar leicht durchsichtig, wenn entsprechender Zahnschmelz fehlt. Und ist dieser wertvolle Schutzmantel unserer Zähne dann erst einmal abgebaut, kann er durch keine Behandlung der Welt mehr hergestellt werden.

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