Elektrische Zahnbürsten vs Handzahnbürste

Es ist leider so: Während Elefanten sich an Wurzeln und Ästen sechsmal ihre Zähne ausbeißen können und die spitzen Hauer der angsteinflößenden Haie sogar ständig nachwachsen, behalten Sie, lieber Mensch, Ihre Beißerchen nach genau einem Zahnwechsel ein Leben lang im Mund. Zweimal am Tag, oder besser noch nach jeder Mahlzeit, sollen die Zähne mindestens drei Minuten lang geputzt werden, so die Faustregel vieler Experten. Doch welches Putzwerkzeug ist besser geeignet? Die althergebrachte Handzahnbürste oder doch eher eine fortschrittliche elektrische Variante? Diese Frage wurde mindestens genauso oft untersucht, wie Sie in Ihrem Leben hoffentlich schon Ihre Zähne geputzt haben. Das Ergebnis: Uneindeutig. Verschiedene Forscher – verschiedene Meinungen. Was wohl Zahnfee und Zahnteufel dazu sagen?

Von Hand geputzt

Viele Menschen – vielleicht ja auch Sie – bedienen sich nach wie vor der herkömmlichen Handzahnbürste. Kein Wunder, schließlich glänzt das „Bürstchen“ mit einer sage und schreibe 5.000-jährigen Geschichte. Was sich seither verändert hat, ist die Angebotsvielfalt. Denn nicht nur aus verschiedenen Materialien kann die Handzahnbürste inzwischen bestehen – auch in puncto Borstenlänge und deren Anordnung, Härtegrad sowie Machart des Handgriffs hat man heutzutage die Qual der Wahl. Deshalb ist es gut, einige Richtwerte zu kennen: So raten Gesundheitsexperten zu einem Modell, dessen Bürstenkopf nicht über die Länge von zwei Backenzähnen hinausgeht. Nach oben hin soll die Bürste etwas schmaler zulaufen. Zahnärzte empfehlen außerdem die Verwendung von abgerundeten Borsten, die einen weichen bis mittleren Härtegrad aufweisen. Solche Feinheiten sollen helfen, ein optimales Reinigungsergebnis zu erzielen. Unabhängig von dem Kauf der „richtigen“ Zahnbürste, häufen sich bei der manuellen Variante aber folgenschwere Anwendungsfehler: Mangelnde Genauigkeit an schwer zugänglichen Stellen, zu derbes Aufdrücken oder zu wenig Ausdauer sind leider an der Tagesordnung! Damit die gefürchteten Bakterien tatsächlich wegbleiben, sollten Sie die Handgriffe einer korrekten Zahnreinigungsprozedur aus dem Effeff beherrschen.

Dies bekräftigt auch die allseits beliebte Zahnfee:
„Die Handzahnbürste kann sehr zuverlässig funktionieren – vorausgesetzt der Mensch putzt zuverlässig! Ihre kompakte Form macht sie zum idealen Reisebegleiter! Noch dazu ist sie kostengünstig in der Anschaffung und steht ohne weiteres Zubehör jederzeit zum Putzen bereit.“

Der böse Zahnteufel hingegen meint:
„Was soll dieser Stock mit Borsten? Als ob der Mensch ein Putzteufel wäre. Dass ich nicht lache! Aus meinem hohlen Zahn heraus sehe ich es täglich: Schon nach gleichgültigen 39 Sekunden wird die Reinigung abgebrochen. Kein Wunder, dass die Borsten nicht alle Zähne erreichen. Aber juckt es mich? Nein – im Gegenteil!“

Mit Schwung geputzt

Nun ja, Unwissenheit über den korrekten Putzvorgang an Kau-, Außen-, und Innenflächen in Kombination mit dem täglichen Alltagsstress lassen den pessimistischen Zahnteufel zur Höchstform auflaufen. Sollten Sie sich in den teuflischen Worten auch nur ansatzweise wiedererkannt haben, geben Sie den Putzvorgang lieber aus der Hand. Wozu gibt es schließlich die innovativen elektrischen Bürsten, die je nach Modell mit Batterie oder Akku betrieben werden? Die Funktionsweise ist recht simpel: Der automatisch rotierende Bürstenkopf wird einfach an alle Seiten jedes einzelnen Zahnes angelegt und reinigt die menschliche Kauleiste somit mühelos. Gute Geräte verfügen über zusätzliche Tools: Ob eine Timerfunktion zur Einhaltung der empfohlenen Putzdauer oder auch ein Tonsignal bei überhöhtem Druck – die Technik hat sich einiges einfallen lassen, um uns Menschen eine perfekte Zahnreinigung zu bescheren! Neuere Erfindungen ergänzen den elektrischen Trend, denn Bürsten mit Schall- oder sogar Ultraschalltechnik erobern zunehmend den Markt. 30.000 hochfrequente mechanische Schwingungen pro Sekunde erreicht der Bürstenkopf einer Schallzahnbürste. Bei der Zahnbürste mit Ultraschall sind bis zu 1,6 Millionen Impulse pro Sekunde möglich. Unter Anwendung einer speziellen Zahnpasta machen elektromagnetische Schwingungen die eigenen mechanischen Bewegungen überflüssig.

Die Begeisterung der Zahnfee ist verständlicherweise nicht zu stoppen:
„Perfekt! Die ideale Erfindung für kleine Faulpelze. Fehler beim Putzen gleicht die elektrische Zahnbürste einfach aus! Verschiedene Funktionen animieren zum Durchhalten! Unterm Strich ein Muss für Bequeme, die trotzdem blitzblanke Zähne haben wollen.“

Der Zahnteufel hält schmollend dagegen:
„Was für ein zirkulierendes Monster. Das rückt mir viel zu sehr auf die Pelle. Auf keinen Fall möchte ich, dass das um mich herumfuhrwerkt. Sind diese surrenden Geräte nicht viel zu teuer? Und was die Ersatzbürsten erst kosten…. Das braucht doch kein Mensch. Schließlich kümmere ich mich selbst rührend um die Zähne.“

Hauptsache geputzt

Um Himmels Willen! Bevor sich der Zahnteufel einschaltet, entscheiden Sie besser heute als morgen, welche Zahnbürste zu Ihnen passt. Ausdauernde und äußerst sorgfältige Putzer, die von Hause aus über eine gute Zahnbeschaffenheit verfügen und sich bislang ohne nennenswerte Probleme durchbeißen konnten, sind mit der preiswerten Handzahnbürste gut beraten. Wem es allerdings an Konsequenz und Geschick mangelt, der gönnt sich besser eine elektrische Zahnbürste. Es bleibt jedoch dabei: Beide Bürsten müssen trotzdem in der Hand gehalten werden. Wichtig ist es unterm Strich, die Zähne überhaupt regelmäßig und gründlich zu reinigen. Es empfiehlt sich also ausdrücklich nicht, auf den hinterhältigen Zahnteufel zu hören. Eher ist wohl die minuziöse Reinigung der Zahnzwischenräume geboten. Denn dort hockt der Schelm! Also Zahnbürste geschwungen und mit Mundspülung und Zahnseide nachgeholfen!

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